Schützenfest -3

Wieder einmal ist es so weit: es ist Schützenfest-Zeit. Für viele eine lustige Zeit, aber für einige auch eine ziemlich stressige. Ich gehöre zu letzteren – und deswegen werde ich dieses Jahr (beinahe) live von der Festzelt-Front berichten.

Nachdem ich am Wochenende die Abholung des Schüler- und Jugendkönigs und das eigentliche Königsschießen recht erfolgreich vermieden habe, ging es heute gleich richtig los. Um halb 11 klingelte mein Telefon. Dran war unsere 2. Vorsitzende, die Lichtpunktwaffen wären soeben gebracht worden, ob ich nicht zur Einweisung eben vorbeikommen könnte.
Mein Chef hatte nichts dagegen…und so war ich 5 Minuten später am Schützenhaus.

Dort steppte der Papst im Kettenhemd: alle möglichen Leute wuselten durch die Gegend, Schießstände wurden aufgeklart und vorbereitet, Tombolapreise verpackt, beklebt und einsortiert, überall wurde nochmal gewienert und geputzt…

Eine Stunde später war ich wieder in der Firma…nur um gleich nach Feierabend wieder in den Verein zu fahren. Das Programm für heute: Schießen der Vorstände der anderen Vereine im Stadtteil. Eine ziemlich lustige Veranstaltung, zumal auch ich so langsam im Stadtteil ein recht bekanntes Gesicht bin. Und so kamen gleich einige Leute auf mich zugeschossen, meistens mit dem Ausruf “können wir heute wieder Bogenschießen?”

Da kann man natürlich nicht nein sagen…auch wenn es eigentlich für heute nicht vorgesehen war und ich als Aufsicht am Luftgewehrstand eingeteilt war. Aber da konnte ich mich zum Glück rauslösen und wurde ab da auf dem Bogenstand belagert.

Die Zeit verging zum Glück wie im Flug – neben erklären, zeigen, helfen und korrigieren standen natürlich auch smalltalk und anderes lustiges Blabla auf dem Programm…und irgendwann kann ich mir auch die Namen zu den Gesichtern merken, die einem am Abend so begegnen.

Und auch wenn die meisten anderen Aufsichten die Gäste konsequent gesiezt haben…wer mich geduzt hat (und das waren heute Abend ausnahmslos alle), wurde auch zurückgeduzt. Das ändert nichts am respektvollen Umgang miteinander und schafft auch keine aufgesetzte Vertraulichkeit – aber erleichtert die Kommunikation doch erheblich. Zumal sich Bogenschützen untereinander immer und auch Schützen untereinander meistens duzen.

Morgen geht es weiter mit einem Schießen für eingeladene Gäste und einem Jugendpokalschießen. Das könnte wieder ein länger Abend werden…

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Über Nobelix

- Abitur in einer kleinmittelgroßen norddeutschen Stadt - Einberufung zum Grundwehrdienst - Verpflichtung als Soldat auf Zeit - Ausbildung im öffentlichen Dienst einer kleinmittelgroßen norddeutschen Stadt - Ausflug in die Seeschiffahrt - Arbeit als Vorzimmerdrache und Problemlöser in einem mittelständischen Unternehmen - Bogenschütze und Spartenleiter im Sportverein - Aktiver Reservist
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