Momente…

…wie dieser sind nun wirklich legendär:

Chef und Konstrukteur stehen bei mir im Büro und quatschen, als das Telefon klingelt.
Ich hebe ab, melde mich und höre eine dumpfe Stimme. Alles, was ich gerade so verstehen kann ist “…sie haben angerufen…?”

Nach einer kurzen Erklärung, dass ich nicht der Herr $beliebigerNachname bin, aber trotzdem so heiße, wir zu dritt den gleichen Nachnamen tragen und das in einem Familienunternehmen so passieren kann, versuche ich zu erfragen, wer denn nun der gewünschte Gesprächspartner ist.

Also: Hörer zuhalten, Gespräch von Chef und Konstrukteur unterbrechen und…
Ich: “Wer von euch hat versucht, jemanden anzu…”
Chef: “Ich!”

Spricht es und stürmt in sein Büro. Er war an seinem Platz, bevor ich das Gespräch durchgestellt hatte. Erstaunlich!

Veröffentlicht unter Aktuelles, Alltagskram, Arbeit, Geht nicht - gibt's nicht | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Eigentlich müsste ich explodieren

Manchmal habe ich das Gefühl, explodieren zu müssen. All den Frust, all den Stress, der sich angesammelt hat, rauslassen zu müssen.
Mich körperlich bis zum Ende auszupowern. Bis nichts mehr geht. Bis die Maske, die ich seit Jahren trage, zerbricht.
Bis all die aufgebauten Mauern zerbrechen und ich endlich wieder ich sein kann.

Trotzdem habe ich Angst davor. Angst, der zu sein, der ich wirklich bin…und nicht der, den andere gerne sehen möchten.
Angst, anderen zu zeigen, wer ich bin…egal, was andere denken und erwarten.

Tagsüber bin ich der fleißige Papierkrieger. Der, der alles erledigt, ohne zu murren und zu knurren, immer lächelt und alles hinnimmt.
Aber das bin ich nicht. Auch ich kriege irgendwann mal Frust. Weil etwas schiefgeht.

Weil man mir eine Aufgabe überträgt, sich aber permanent einmischt…so dass ich die Aufgabe nicht vernünftig erledigen kann.
Das tut weh…

Frust, der entsteht, wenn man Aufgaben, die nicht zum Aufgabenbereich gehören, erledigt, noch für Umsatz sorgt und nicht mal ein “gut gemacht” zu hören bekommt.

Frust, der entsteht, wenn man monatelang kein Feedback bekommt. Weder positiv noch negativ. Dabei völlig in der Luft hängt und nicht weiß, ob das was man macht, überhaupt richtig ist.

Frust, der entsteht, wenn man fast keine Wertschätzung erfährt, weil das Gehalt wieder mal erst am 3., 4., oder 5. des Monats auf dem Konto ist…was regelmäßig zu Rücküberweisungen von Miete und ähnlichen führt.

All das lässt sich ertragen. Eine Zeit lang jedenfalls. Aber diese Zeit ist rum. Mittlerweile überlege ich ernsthaft, mir einen anderen Job zu suchen. Das Unternehmen nicht zu übernehmen. Weder in 4 bis 5 Jahren noch irgendwann später.

Ich kann einfach nicht mehr. Ich habe das Gefühl das ich ausgebrannt bin. Mit 32.

Vorschläge, wie ich mich mal wieder auspowern kann, sind gern gesehen…

Veröffentlicht unter Arbeit, Alltagskram, Aktuelles, Persönliches | Verschlagwortet mit , , , | 2 Kommentare

Mal was zum Blog

Tja, da denkt man nichts böses, stolpert am Morgen über seine Statistik und was passiert: Man stellt fest, das man verpennt hat. Und zwar die magische 5000er-Marke.

Um genau zu sein, vorhin waren es 5423 Aufrufe. Wow. Das hätte ich nicht erwartet… Deswegen nochmal einen herzlichen Dank und viele Grüße an alle Leser, die sich meine Untaten hier antun :-)

Und genau deswegen kommt hier jetzt auch noch mal die top ten der skurrilsten Suchbegriffe, die euch zu mir geführt haben:

Platz 10: “wesereis”
Ich kann mir nicht vorstellen, dass das schmeckt. Trotzdem gab es dieses Jahr mal wieder welches…was ziemlich selten ist.

Platz 9: “hüpfburg eu konformitätserklärung”
Öhm ja. Was soll ich da nun zu sagen? Ich vermute mal, dass auch da der Hersteller oder Importeur dafür zuständig ist. Fragt doch da einfach mal nach…

Platz 8: “stress nach ausbildersprechtag”
Tjoa, sowas kann auch passieren. In der Regel ist das sogar selbstverschuldet…weil irgendwas hochkommt, wovon der Ausbilder vorher nichts wusste. Und da soll nochmal jemand sagen, Berufsschule und Betrieb würden nicht zusammenarbeiten können ;-)

Platz 7: “kochen kurios”
Wer Rezepte aus dieser Rubrik hat…immer her damit. Wenn das nicht übelst abgefahren ist, könnte ich das sogar mal probieren…

Platz 6: “naturgesetze umgehen”
Geht nicht? Geht wohl. Versprochen. Lest selbst…

Platz 5: “kackstelze”
Relativ weit verbreiteter Vogel. Mach seinem Namen alle Ehre, und das auch nooch ziemlich zielgenau. Neueste Erkenntnisse zeigen, dass er mit der hydraulischen Spaltdrossel und der Schnapsdrossel verwandt ist.

Platz 4: “gnu freierwildbahn”
Sowas lebt bei mir im Unternehmen. Sogar ein ganz spezielles, das Schweißrauch-Absaug-Gnu. Hat mir heute auf dem Weg zur Besprechung sogar im Weg gestanden.

Platz 3: “nobelix wordpress leben und tot”
Was will uns dieser Suchende damit sagen? Meint er “Ich muss das Blog von Nobelix bei WordPress finden, auf Leben und Tod”? Oder Vielleicht doch eher “WordPress lebt und Nobelix ist tot”? Man weiß es nicht…

Platz 2: “oberst wachdienst bundeswehr aufhalten”
Tja…jetzt wird es interessant. Dieser Suchende möchte also während der Wachdienstes bei der Bundeswehr einen Oberst aufhalten…vermute ich. Könnte sogar klappen. Unter bestimmten Voraussetzungen. Mehr verrat ich aber nicht ;-)

Platz 1 und damit kuriosester Suchbegriff ist “vorzimmerdrachen bewerbung”
Dazu kann ich nur eines sagen: Diese Bewerbung wird erfolglos bleiben. Vorzimmerdrache ist kein Beruf, sondern eine Berufung… das muss man einfach sein. Oder man wird es – aber das dauert seine Zeit

Veröffentlicht unter Blog, Aktuelles, Persönliches | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Arbeit oder Vergnügen…oder beides?

Geht sowas überhaupt? Klarer Fall: ja, es geht. Wenn man es möchte.

Ich habe ja in letzter Zeit gelegentlich öfter mal kleinere Vorträge gehalten. Meistens. Nach Feierabend, aber immer über ein Thema, dass ich während der Arbeitszeit “betreue”. Dabei handelt es sich um eine bestimmte Methode, sogenannte “soft skills” im Unternehmen greif- und messbar zu machen (wenn ich das jetzt bis ins Detail vorstelle, sitze ich morgen früh noch hier und tippe…).

Nachdem ich nun also schon einige Vorträge gehalten habe, ist sowohl die Anwendung der Methode bei uns im Unternehmen als auch der Vortrag schon…naja nicht legendär, aber doch schon durchaus bekannt und angesehen.

Heute war ich nun als Gast auf einer Veranstaltung dieser Reihe eingeladen. Vortragende waren unter anderem der Inhaber eines Unternehmens, mit dem ich vorher schon mal eine Veranstaltung gemacht habe, aber auch ein Unternehmen, das ich noch nicht kannte.
Obwohl ich “nur” als Gast dabei war, war die Stimmung doch recht gut, Hände wurden geschüttelt, Erfahrungen ausgetauscht und so weiter…klassisches Networken eben.

Nachdem die beiden Vorträge in einer höchst interessanten Fragerunde endeten (mit Beteiligt war eine Lehrerin aus dem Publikum, die partout nicht verstehen wollte, dass man für einen entlassenen Mitarbeiter nicht unbedingt einen neuen einstellen muss…und den anderen auch nicht mehr Lohn zahlen muss, “weil die ja die Arbeit von dem entlassenen Mitarbeiter mitmachen müssen…”) habe ich mich tatsächlich festgequatscht. Nur noch die Vortragenden, der Berater, der die Methode bei uns eingeführt hat und auch die Veranstaltung ausgerichtet hat und ein Vertreter einer bezuschussenden Stelle waren da…und planten offensichtlich, den Abend noch ausklingen zu lassen.

Was dann folgte, war nur eine kurze Feststellung: “Du kommst doch mit, oder…?”

Der Abend endete also deutlich später als geplant bei einem netten Italiener mit Pasta und alkoholfreiem Weizen (so ist das, wenn man mit dem Auto fährt) und interessanten neuen und alten, vertieften Kontakten. Und so ganz nebenbei bin ich für einen neuen Vortrag “gebucht” worden. So kann das gerne weitergehen…und da soll noch mal einer sagen, Arbeit wäre kein Vergnügen :-)

Veröffentlicht unter Aktuelles, Alltagskram, Arbeit, Persönliches | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar

Es ist warm

Schon fast zu warm, um entspannt im Büro sitzen zu können.

Chef, ich möchte gerne einen mobilen Arbeitsplatz irgendwo an nem See haben…wo man ab und zu mal die Füße ins Wasser halten kann, es kühle Getränke gibt und man noch dabei in der Sonne vor sich hinbrutzeln kann.

Aber das wird wohl ein Traum bleiben – und ich sitze weiter im Büro und werde sanft im eigenen Saft gesotten. So viel trinken, wie ich eigentlich müsste, schaff ich einfach nicht. Jedenfalls nicht im Büro – da kann ich nur abends wieder auffüllen…uuaaaah.

Und ja, das ist ein typischer Jammer-Thread. Mal ist es zu kalt, mal ist es zu warm, mal regent es zu selten, mal regnet es zu viel…irgendwas ist ja immer ;-)
Trotzdem musste das nun mal raus!

Veröffentlicht unter Aktuelles, Alltagskram, Persönliches | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Mal was neues

Oder: Klein Nobelix entdeckt die Welt.

Früher, damals…als ich noch klein und die Welt noch groß war…da baute ich gerne und mit schöner Regelmäßigkeit Flugzeuge, Hubschrauber und Schiffe.

Natürlich nicht so groß, dass man einsteigen kann, aber immer echt.

Irgendwann wurde das ganze dann langweilig und ich habe mich darauf verlegt, “interessante” Modelle zu bauen, statt alles was mir vor die Nase gekommen ist. Vorteil: das Taschengeld wurde deutlich geschont…
Nachteil: noch größere Sauerei mit Farbe, Kleinkram und Spachtelmasse.

Aber auch das wurde irgendwann langweilig – und ich fing an, Modelle umzubauen, zu verbessern und noch mehr zu detaillieren.

Doch dann waren andere Sachen wichtiger: Arbeit, Studium und Ausbildung kosteten zu viel Zeit, um noch sinnvoll bauen zu können.

Doch am Wochenende bin ich über etwas neues altes gestolpert: Kartonmodelle
Tja, was soll ich sagen…ich werde das definitiv mal ausprobieren. Macht lange nicht so viel Dreck, stinkt nicht so und sieht trotzdem toll aus…

Ich werde berichten, so bald mir ein passendes Modell über den Weg läuft.

Veröffentlicht unter Alltagskram, Modellbau, Persönliches | Verschlagwortet mit | Hinterlasse einen Kommentar

Was mal gesagt werden muss…

…ist ganz einfach. Nur ein Wort: Danke.

Und zwar all denen, die helfen. Egal, wo.
Ganz egal, ob das Rettungsdienst, Feuerwehr, Polizei, THW oder andere Hilfsorganisationen sind, egal ob das Ärzte und Pflegepersonal ist, die sich Nächte um die Ohren schlagen, egal ob das Seenotretter sind, die sogar noch im dicksten Wetter rausfahren. Wer auch immer sich hier angesprochen fühlt: ja, genau…dir gilt das!

Danke, dass ihr euch die Köpfe einhauen lasst, um die Chaoten in Fußballstadien von den friedlichen Fans fernzuhalten.
Danke, dass ihr dafür sorgt, dass Demonstrationen friedlich bleiben. Dafür, dass ihr nachts auf der Autobahn Trümmer- und andere Teile einsammelt.
Dafür, dass ihr Menschen aus brennenden Gebäuden, von sinkenden Schiffen und allen möglichen Notlagen rettet.
Und das auch noch rund um die Uhr, bei jedem Wetter, an Feiertagen und Wochenenden und so schnell und sicher, wie es geht – teilweise sogar ehrenamtlich.

Das ist alles andere als selbstverständlich…jedenfalls für mich.

Ich denke, wer schon einmal in einer entsprechenden Situation gewesen ist, wird nachvollziehen können, was ich meine.

Und wer meint, er kann ohne all diese Menschen leben und überleben, der sollte sich einfach mal fragen “und wer kommt, wenn ich im Autowrack festsitze? Oder eigentlich nur noch nach Hause will, aber von irgendwelchen Schlägerspackos davon abgehalten werde? Oder vielleicht auch wenn ich meine Meinung bei einer Demo kundtue, aber ein Haufen Idioten unbedingt Steine werden muss?”

Vielleicht sollten wir einfach mal darüber nachdenken, was heutzutage alles als selbstverständlich gesehen wird…

Veröffentlicht unter Alltagskram, Persönliches | Verschlagwortet mit , | Hinterlasse einen Kommentar

mehr Chaos…

Gerade eben habe ich festgestellt, dass ich euch tatsächlich noch den zweiten Chaostage-Fall vom letzten Dienstag schuldig geblieben bin. Unglaublich…aber hier ist er nun – der zweite Fall:

Ein Kunde bestellt eine Anlage. Diese soll in einem Kraftwerk eingesetzt werden. Nach dem üblichen Angebot bestellt der Kunde die Stahl-Ausführung. Die Anlage wird geliefert und nach etwas über einem Jahr sollen wir eine Inbetriebnahme durchführen.

Dazu muss unser Cheftechniker wieder einmal quer (naja, eher längs) durch die Republik eiern fahren und sich einer größeren Check-In-Prozedur am Zielort (ihr wisst ja, Kraftwerk…) unterziehen.
Nun rief unser Techniker heute morgen an und vermeldete, dass er keine Inbetriebnahme durchführen kann. Warum nicht? Ganz einfach – der Kunde unseres Kunden benutzt falsches Wasser. Die Anlage wurde mit einer kapazitiven Niveauregelung bestellt und geliefert. Klingt unheimlich kompliziert, ist es aber gar nicht. Einzige Bedingung hierfür: das Wasser muss leitfähig sein.

Jetzt werden die ersten Leser wahrscheinlich aufschreien “aber Wasser leitet doch immer den Strom”. Schön wäre es, denn das ist eben nicht immer der Fall. Gerade dort, wo besonders reines Wasser benötigt wird, wird gerne Vollentmineralisiertes Wasser, auch VE-Wasser genannt, eingesetzt. Diesem Wasser wurde zum Beispiel durch Umkehrosmose sämtliche enthaltenen Mineralien entzogen. Diese sind aber für die Leitfähigkeit der Wassers notwendig. So nebenbei ist VE-Wasser auch noch erstaunlich aggressiv und greift sowohl Stahl als auch Kupfer (zum Beispiel in Wasserleitungen) stark an.

Betreibt man nun einen Stahlkessel mit kapazitiver Füllstandsmessung mit VE-Wasser, so funktioniert das in der Regel für ein paar Stunden bis zu ein paar Tagen – das liegt daran, dass wir die Anlagen grundsätzlich mit aufbereitetem Leitungswasser probelaufen lassen und in den Leitungen, Behältern und Tanks immer noch ein kleiner Rest Wasser enthalten ist. Irgendwann ist dieser Rest durch das VE-Wasser des Betreibers so verdünnt, dass es nicht mehr leiten kann. Dann funktioniert die Anlage nicht mehr richtig.

Und genau das ist hier passiert. Dumm gelaufen, würde ich sagen.

So ganz nebenbei: setze ich dem VE-Wasser etwas Salz hinzu, so läuft die Anlage wieder…wie durch Zauberhand. Das liegt daran, dass Salz ebenfalls entsprechende Ionen bildet, die dann für kurze Zeit für Leitfähigkeit sorgen.
Ist das Wasser dann wieder ausreichend verdünnt: Zack, die Anlage läuft wieder nicht richtig.

Wasser ist echt toll! :-)

Veröffentlicht unter Alltagskram, Arbeit, Geht nicht - gibt's nicht, ohne Kategorie | Verschlagwortet mit , , , , | 3 Kommentare

Dienstagschaos – Ende im Gelände

Es ist geschafft. Oder auch “Ente gut, alles gut!”

Das erste Paket ist angekommen und das zweite heute durch den Zoll im Empfängerland gekommen. Yeah. Einmal Schulterklopfen bitte für diese schwere Geburt. Und einen Tritt in den Hintern für unseren Kunden und den Paketdienst!

Veröffentlicht unter Aktuelles, Alltagskram, Geht nicht - gibt's nicht | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Yeah, ne Schulung

Gestern hatte ich Schulungstag. Klingt eigentlich gar nicht mal schlecht, oder? Klingt nach Kaffeetrinken, rumsitzen, schlau aussehen und klug schnacken*.

Dumm nur, dass ich die Schulung halten sollte. Aber dazu später mehr.
Vor gut zwei Wochen ließ mein Chef eher nebenbei fallen, dass am gestrigen Tage mehrere Techniker eines unserer größeren Kunden zu einer Schulung zu uns kommen sollten. Dazu sollte ich entsprechende Unterlagen und eine Präsentation vorbereiten zu den Themen “Grundwissen Dampf”, “Inbetriebnahme” und “Wartung” vorbereiten.

Leider fiel diese ganze Vorbereitung in die letzten 4 Wochen vor unserem Rezertifizierungs-Audit, so dass ich nun die Wahl hatte: entweder kurze Präsentation und gute Audit-Vorbereitung oder gute und umfangreiche Präsentation und das Audit versieben. Schwere Entscheidung – aber egal. Erst einmal ran an die Buletten Präsentation.

Die Vorbereitung der Unterlagen hat dann auch fast die ganzen zwei Wochen gedauert – immerhin war es die erste Schulung dieser Art, die bei uns im Hause jemals durchgeführt wurde – und als Vortragende waren der Chef und unser Techniker vorgesehen – ich sollte eigentlich nur die Unterlagen erstellen und für den entsprechenden “Support” sorgen. Sprich, alles das, was das Backoffice so macht.

Die Tage vergingen im Flug, Organisatorisches wurde erledigt und an der Präsentation gebastelt. Zum Glück wurden Präsentation, Unterlagen, Handout, USB-Stick mit Unterlagen und Handout und weiteren Hintergrundinformationen mit einer terminlichen Punktlandung (also am Montag Abend gegen 18 Uhr) fertig. Keine Ahnung, wie viele Stunden und/oder Überstunden da mit drinstecken…aber es sind mehr als genug.
Mittendrin eröffnete mir der Chef dann noch zwischen Tür und Angel, dass er eigentlich gar keine Zeit hat, die Schulung selber durchzuführen – und ich das doch statt dessen machen sollte.

Gut, ich weiß zwar auch nur, was in der Präsentation steht…aber egal. Dann wird die Schulung zu einem Demonstrationsobjekt “Absolut sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit”. Meine Spezialität!

Gestern Morgen war es dann so weit: unser Werkschutz war bei seinem Kumpel untergebracht (quasi in Urlaub geschickt) und die Gäste erschienen. Den Shuttle-Service vom Hotel übernahm der Chef persönlich, die Brötchen fürs Frühstück waren abgeholt, Kaffee und Tee sowie kalte Erfrischungsgetränke waren bereitgestellt, die Präsentation lief auf Laptop und Beamer und für Mittagessen war auch gesorgt.
Die einführenden Worte sprach der Chef noch selber, dann übergab er sich das Wort an mich und es ging rund.

Die trockene Theorie wurde nur ein Mal unterbrochen – nämlich zur Vernichtung geschmierter halber Brötchen und entsprechender Dekoration, auch Frühstück genannt – den Rest des Vormittages verbrachten wir damit, überraschend entspannt über den Themenbereich “Dampf” zu plaudern. Dabei zeigte sich, dass ich doch gar nicht mal so ahnungslos bin, wie ich gedacht hatte. Jedenfalls nicht, wenn es um Dampf geht. :-)

Mittags ging es dann zu einem nahegelegenen Fresstempel, wo unsere Gäste, der Chef, der Techniker und ich uns genussvoll einer Fressnarkose widmeten. Dabei mussten nicht nur unzählige unschuldige Salat-Blumen und diverse Schweine und Rinder für uns ihr Leben lassen, sondern auch ein halbes Spargelfeld wurde für uns abgeerntet.

Nachdem wir unsere vollgestopften Bäuche dann wieder in die Firma rollen lassen haben (wozu hat man schließlich ein Auto?), ging zur Fressnarkosen-Verminderung an den praktischen Teil. Hier konnten die Techniker gleich zeigen, wass sie über die Nahrungsmittel-Vernichtung-Orgie noch nicht gleich wieder vergessen hatten und mehrere Anlagen in Betrieb nehmen, an Knöppchen drücken, Schalter betätigen und in lustigen Dampfwolken stehen.

Nachdem unsere Gäste dann Sinn und Zweck aller Schalter, Hebel, Knöpfe und Ventile der Geräte begriffen hatten, war der Tag auch schon wieder zu Ende und einige der Herren mussten sich direkt sputen, um ihre Flieger zu erreichen. Alles in allem war es doch ein überraschend erfolgreicher Tag – von den Gästen kam durchweg positives Feedback – und so konnte ich beinahe entspannt den Heimweg antreten.

So ganz nebenbei hat sich damit auch mein Aufgabenfeld erweitert: neben der betrieblichen Ausbildung bin ich als Ausbildungsleiter jetzt auch für die Ausbildung externer Techniker verantwortlich…

 

*: hiesiger Begriff für “reden”

Veröffentlicht unter Aktuelles, Alltagskram, Arbeit, Ausbildung | Verschlagwortet mit , , , , , | 2 Kommentare